Calls for Transfer, News

15 neue Lösungsansätze für eine bessere Zukunft:
 „Calls for Transfer“ bewilligt zum achten Mal innovative Forschungsprojekte aus Hamburger Hochschulen 

Wie wollen wir in Zukunft leben? Oder, anders gefragt: Wie gestalten wir gemeinsam eine Zukunft, die lebenswert ist? 

Ob Klimakatastrophe oder Energiekrise, ob Krieg oder Krankheit, gesellschaftliche Ausgrenzung oder soziale Ungerechtigkeit – unsere heutige Zeit ist geprägt von einer Gleichzeitigkeit komplexer Krisen, die selbst die größten Optimisten unter uns ins Wanken zu bringen drohen. Doch ein Blick in die Forschung verspricht Zuversicht, da sich zahllose Wissenschaftler:innen Tag ein Tag aus mit neuen, kreativen Konzepten und Erfindungen diesen schwerwiegenden Herausforderungen entgegenstellen. Um innovative Lösungen für jene Probleme zu finden, brauchen Forschende jedoch nicht nur die nötige Zeit, sondern auch die passende, finanzielle Unterstützung durch die sie ihre Ideen sowohl erproben, als auch anwenden können.

Damit selbst die kleinen Ideen, die am Anfang einer großen Lösung stehen, in die Tat umgesetzt werden können, bietet unser Förderprogramm „Calls for Transfer“ (C4T) zwei Mal im Jahr Forschenden aus Hamburger Hochschulen eine Anschubfinanzierung von jeweils 30.000,- Euro. Mit dieser Summe können Wissenschaftler:innen ihre Innovationen 12 Monate lang weiterentwickeln, Demonstratoren entwerfen, Kooperationen aushandeln, Gründungen vorbereiten oder auch ein erstes Patent anmelden. Auf diese Weise werden mithilfe von C4T Konzepte aus der Wissenschaft nicht nur erdacht, sondern auch in die praktische Anwendung gebracht.

Nun tagte bereits zum achten Mal das 9-köpfige, externe Gremium des Förderprogramms und bewertete 40 eingegangene Anträge hinsichtlich ihrer Innovationshöhe, ihres Transferpotenzials sowie angesichts ihrer gesellschaftlichen Relevanz: Hierbei überzeugten 15 Projektideen das Gremium durch ihren innovativen Ansatz und den möglichen Impact auf Wirtschaft und/oder Gesellschaft. Alle 15 Forschungsvorhaben werden im nächsten Jahr starten und dadurch den Ideen-, Wissens- und Technologietransfer in Hamburg stärken.

Raus aus der Hochschule, hinein in die Gesellschaft: Im neunten Call überzeugten besonders viele Projekte aus der Geistes- und Sozialwissenschaft

Das Ideen-, Wissens- und Technologietransfer nicht immer nur in Patenten und Erfindungen gedacht werden muss, bewiesen Wissenschaftler:innen der Geistes- und Sozialwissenschaften, die in diesem Call durch ihre Projektvorhaben besonders überzeugten. Die Forschenden aus nicht-technologischen Disziplinen konzentrierten sich hierbei überwiegend auf die nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation verschiedener Gruppen unserer Gesellschaft. Während ein Projekt-Team die psychische Gesundheit geflüchteter Frauen aus der Ukraine mithilfe eines Podcast verbessern möchte, unterstützt eine andere Forschungsgruppe die kulturelle Integration von Menschen in Senioreneinrichtungen. Durch eine Bedarfsanalyse einer Musik-App, die Konzertbibliotheken leicht zugänglich macht, soll Senior:innen die Teilhabe an Kunst und Kultur vereinfacht werden. Im Rahmen eines anderen Transferprojekts aus den Geisteswissenschaften wird unsere Gesellschaft als Summe aus verschiedenen Glaubensrichtungen und säkulärer Weltanschauungen beforscht: Um den Zusammenhalt in unserer pluralen Gesellschaft zu stärken, beschäftigt sich dieses C4T-Projekt im kommenden Jahr intensiv mit der Frage, wie von verschiedenen Religionen geprägte Gemeinden zu einer interreligiösen Gemeinschaft zusammenwachsen können – einer Gemeinschaft, die durch einen gesellschaftlichen Konsens zur Lösung sozialer Probleme befähigt werden soll. All jene Ideen zeigen auf, wie Innovation aus nicht-technologischen Disziplinen der Wissenschaft das Leben in unserer Gesellschaft nachhaltig prägen und verbessern kann.

Mit Technologie zu Emissionsfreiheit und Klimaschutz

Gleichzeitig machen sich Forschende der technologischen Disziplinen auf, Lösungen für die Klimakrise und eine nachhaltige Zukunft zu finden, in dem sie Umweltschutz, Kreislaufwirtschaft und emissionsfreie Energie ins Zentrum ihrer Überlegungen stellen. Im nächsten Jahr starten dementsprechend Projektvorhaben von Wissenschaftler:innen, die sich mit Energiegewinnung aus Fließgewässern, hochdruckdichten Bewegungseinheiten für Profilreaktoren oder der späteren Umrüstung von LNG-Terminals auseinandersetzen. Zudem konzentrieren sich die Forschenden bei „Calls for Transfer“ neben smarten Sauggreifern zur Optimierung von industriellen Prozessen auch auf neue Perspektiven, die sich durch die Digitalisierung eröffnen: von Künstlicher Intelligenz (KI), die komplizierte Verträge quantifiziert, über Barrierefreiheit durch leichte Sprache, die ebenfalls von KI generiert wird, bis hin zur frühzeitigen Erkennung von Rechenschwächen bei gebärdensprachigen Kindern durch digitale Anwendungen. Innerhalb des achten Calls nutzen Forschende aus Hamburg digitale Innovationen vorrangig zum Abbau von Barrieren und tragen dadurch ebenfalls zu einer Stärkung unserer zukünftigen Gesellschaft bei.

Darüber hinaus verdeutlicht der achte Call die Wirkmacht interdisziplinärer Zusammenarbeit: Die Zusammenführung von Nanotechnologie und Medizin ermöglicht die Entwicklung bahnbrechender Implantate, die zur Krebsdiagnostik beitragen könnten oder auch durch Gehirn-Maschine-Schnittstellen Krankheiten wie Epilepsie, Depressionen oder Parkinson den Kampf ansagen. So verdeutlichen diese Wissenschaftler:innen die Kraft von Kooperationen, durch die wahrhaft Neues entsteht.

Optimistisch in die Zukunft blicken: Im Frühjahr 2023 öffnet der neunte Call

All diese Innovationen lassen uns als C4T-Projektteam optimistisch in die Zukunft blicken: Obwohl die Gleichzeitigkeit der Krisen allgegenwärtig ist, erleben wir mit jedem Call die Ideenvielfalt von Forschenden aus Hamburg, die Lösungen neu denken und dadurch bisher ungeahnte Perspektiven schaffen. Dementsprechend freuen wir uns bereits auf den neunten Call des von der Behörde für Wissenschaft, Forschung Gleichstellung und Bezirke (BWFGB) mit insgesamt 2.160.000, – EUR geförderten Programms: Im kommenden März können sich erneut Wissenschaftler:innen aller Hamburger Hochschulen auf die Fördersumme zur Initialzündung ihrer Ideen bewerben, um unsere Zukunft bereits heute neu zu gestalten.

RELA
TED