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Calls for Transfer fördert 16 neue Ideen aus Hamburgs Hochschulen

Der neunte Call markiert das erfolgreiche Ende der Pilotphase des Förderprogrammes „Calls for Transfer“ (C4T). Von 63 eingereichten Projekten aller staatlichen Hochschulen Hamburgs konnten 16 Ideen ausgewählt werden, die mithilfe der Förderung nun in die Realisierungsphase starten können. Das Transfer- und Innovationspotenzial sowie der sich abzeichnende Impact für die Gesellschaft soll gemäß dem Grundsatzgedanken des Förderprogrammes die Initialphase der Vorhaben anschieben. C4T steht dabei allen Disziplinen der staatlichen Hochschulen offen und fördert mit maximal 30.000 Euro kreative Lösungen, innovative Erfindungen oder auch Forschungsvorhaben mit Startup-Potenzial. Aufgrund der hohen Qualität der zahlreichen Einreichungen wurde in der Gutachtendensitzung des neunten Calls beschlossen, statt ursprünglich zehn geplanten Förderungen schlussendlich 16 Ideen den Weg in die nächste Projektphase zu ermöglichen.

Auch wenn alle 63 Anträge Möglichkeiten aufzeigten, wie sich Innovationen innerhalb von nur sechs Monaten verwirklichen lassen könnten, stachen die 16 bewilligten Vorhaben nicht nur durch ihren innovativen Ansatz sowie die reelle Chance einer praktischen Anwendung hervor, sondern auch durch die gelungene Planung einer Umsetzung innerhalb von sechs Monaten. Die Einreichungen des neunten Calls, der Innovationen im „Sprint-Verfahren“ fördern soll,  bewiesen wieder die Vielfalt der Ideen in der Wissenschaftslandschaft Hamburgs: Das Spektrum der Bewerbungen reichte hierbei von innovativen Ansätzen in der Medizin zur Behandlung und tieferem Verständnis von Krankheiten über Vorstöße hinsichtlich der Nachhaltigkeit in den Bereichen Energieversorgung, Baustoffe und Informatik bis hin zu interdisziplinären Ansätzen, die neue Perspektiven auf Roboter und die Vermittlung von Wissenschaft bieten.

Wissenschaft durch innovativen Ansatz aus der Wissenschaftsillustration sichtbar machen

Die Vermittlung quantentheoretischer Inhalte – etwa das Verhalten von Materie und Energie auf atomarer und subatomarer Ebene – kann für die Lehre und Vermittlung eine Herausforderung darstellen. Mithilfe verschiedener Tools der Wissenschaftsillustration strebt das Projekt “AMODI API für modulare Inhalte” unter der Leitung von Professor Schulz-Schaeffer (HAW Hamburg) an, Lehrinhalte für den Physikunterricht der Oberstufe und des Physikstudiums verständlicher darzustellen. Dieser Ansatz soll im Rahmen der C4T-Förderung beispielsweise anhand visueller Erweiterungen real durchgeführter Experimente durch Mixed-Reality-Applikationen erforscht werden.

Interdisziplinäre Perspektive auf Roboter

Können Maschinen zu einem Medium zwischenmenschlicher Beziehungen werden? Diese Forschungsfrage stellt das Vorhaben „Future Affair – Remote touch“ unter der Leitung von Dr. Abbasimoshaei (TUHH). Im Rahmen des künstlerisch-wissenschaftliche Projekts wirken Perspektiven der Kunst, Wissenschaft und Technologie in einem Diskursraum, innerhalb dessen ein Robotersystem entwickelt wird. Ziel dieses Systems ist es, liebevolle berühren zu können und es auf diese Weise Menschen zu ermöglichen, über physische Distanzen hinweg affektive Berührungen zu geben sowie zu empfangen.

Welcher medialen Quelle kann man vertrauen?

Informationen und Inhalte, die auf sozialen Medien geteilt werden, unterliegen insbesondere in kritischen politischen Situationen einer hohen Manipulationsgefahr. Das Sicherstellen einer Urheberschaft von Inhalten auf Mobilgeräten ist daher das Ziel des Forschungsprojektes „Mobile Trust“. Auf Basis einer Blockchain-Technologie wird das Team unter der Leitung von Professor Skwarek (HAW Hamburg) eine Applikation entwickeln, die eine nicht-abstreitbare Identität eines Mobiltelefons generiert. Diese Identität kann daran anschließend von anderen Anwendungen genutzt werden, um vertrauenswürdige Daten zu signieren.

Nachhaltige Baumaterialien für erdbebengefährdete Gebiete

Sharath Peethambaran Subadra, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Department Maschinenbau und Produktion (HAW Hamburg), wird innerhalb des Projektes „Neuartige leichte Naturfaserbetonkonstruktion für die Bauindustrie“ innovative Baumaterialien erforschen, die sich für den Einsatz in erdbebengefährdeten Gebieten eignen. Hierbei sollen die mögliche Senkung der Korrodierbarkeit und die gleichzeitige Steigerung der Zähigkeit untersucht werden, die durch die Verwendung lokal vorhandener Naturfasern in Betonkonstruktionen erreicht werden könnten. Neben den Sicherheitsaspekten schließt der Impact des Vorhabens auch die Wirtschaftlichkeit kostengünstigerer Baustoffe und die Nachhaltigkeit lokaler, nachwachsender Materialien mit ein.

Innovativer Ansatz für die Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen

 

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa finden steigend weltweit Verbreitung – eine Behandlung dieser Krankheiten findet in der Regel durch die dauerhafte Einnahme von Medikamenten statt. Neben der häufigen Nebenwirkungen ist insbesondere der signifikante Anteil an Patient:innen, bei denen die Therapeutika überhaupt nicht anschlagen, ein Problem. Zudem bedeuten die hohen Fallzahlen und die anfallenden Kosten der Behandlungen eine steigende Herausforderung für das Gesundheitssystem. Das Projekt „MetaboColitis“ unter der Leitung von Dr. Adlung (UKE Hamburg) versucht diese Herausforderungen durch die Identifizierung von Stoffwechselprodukten zu bewältigen, da diese eine Abmilderung der Entzündungen im Darm ermöglichen könnten. In einem zweiten Schritt sollen individualisierte, kostengünstige Behandlungsmethoden mithilfe künstlicher Intelligenz entwickelt werden, die weltweit zum Einsatz kommen könnten.

 

Diesen Einblick in die Bandbreite der geförderten Projekte möchten wir an dieser Stelle um die Auflistung der 16 geförderten Projekte erweitern:

 „NuSANS – Nutzerfreundliche Sensorik für die Analyse von Schonhaltungen“, Prof. Dr. Roman Kusche (HAW Hamburg)

„Affective Computing in Virtual Reality”, Prof. Dr. Larissa Putzar (HAW Hamburg)

“AMODI API für modulare Inhalte”, Prof. Dr. Reinhard Schulz-Schaeffer (HAW Hamburg)

„MobileTrust“, Prof. Dr.-Ing. Volker Skwarek (HAW Hamburg)

„Neuartige leichte Naturfaserbetonkonstruktion für die Bauindustrie“, Sharath Peethambaran Subadra (HAW Hamburg)

„Future Affair – Remote touch“, Dr.-Ing. Alireza Abbasimoshaei (TUHH)

„Entwicklung eines automatisierten Biofilmsprühprozesses – BioSpray“, Prof. Dr. Johannes Gescher (TUHH)

„Smart Sensors Group Projektkoordination Institut für Integrierte Schaltungen (IIC) Projektumsetzung“, Prof. Dr.-Ing. Ulf Kulau, Prof. Dr.-Ing. Andreas Bahr, Patrick Kleinschnittger (TUHH)

“Data-driven Optimization of electric Bus Operations (D2eBus)”, Prof. Dr. Eva Bittner, Marten Borchers (UHH)

“Follow-the-Sun-Computing: Green Computing on the Edge”, Prof. Dr. Janick Edinger (UHH)

“Development of intercommunicative Body-on-a-Chip devices for research in the health sector to explore consultancy-customization startup model”, Dr. Alessandra Picchiotti (UHH)

“KONSENDO – Digitales Einwilligungsmanagement für die Forschung“, Michael Wuppermann, Thom Drögemüller (UHH)

„Cloud-Anwendung für die optimale Verteilung von Landstromanlagen in Häfen“, Jingjing Yu (UHH)

„MetaboColitis – Stoffwechsel-basierte Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen“, Dr. rer. Nat. Lorenz Adlung (UKE Hamburg)

„Weiterentwicklung eines Biomarkers im Blut zur Messung der Neurodegeneration in der Multiple Sklerose“, Prof. Dr. Manuel Friese (UKE Hamburg)

Seit 2018 erfreut sich Calls for Transfer einer immer größer werdenden Beliebtheit, die sich in der vorerst letzten Runde nicht nur durch den starken Andrang zeigte, sondern auch durch den unerschöpflichen Ideenreichtum der Forschenden Hamburgs. Calls for Transfer schließt offensichtlich eine eklatante Lücke im Förderdschungel und verhilft kleinen Ideen aus Wissenschaft und Forschung dabei heranzuwachsen, damit diese schlussendlich zu großen Lösungen werden können.

Dementsprechend hoffen wir darauf, im kommenden Jahr einen zehnten Call anbieten zu können, denn: Die Herausforderungen, denen wir als Gesellschaft tagtäglich begegnen, werden stets größer. Aus diesem Grund sind wir auf jene innovativen Projektideen, die ohne passende Förderung nicht starten können, angewiesener denn je.

Und für eben solche Ideen braucht es ein Programm wie C4T, das statt in festgelegte Tatsachen in potenzielle Chancen investiert.

Das Förderprogramm „Calls for Transfer“ wird von der Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke (BWFGB) der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert und befindet sich in Trägerschaft der Technischen Universität Hamburg (TUHH).

Mehr zu C4T

Weitere Informationen zum Programm und Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie hier:

Förderprogramm Calls for Transfer (C4T)

Kontakt 

Ansprechpartnerin Calls for Transfer

Mareike Post
Projektleitung der Fördermaßnahme „Calls for Transfer“
Hamburg Innovation GmbH
Telefon: +49 40 76629-3153
E-Mail: post@hamburginnovation.de

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